Musik kommt beispielsweise als therapeutische Maßnahme in der Schmerztherapie, der Rehabilitation von Schlaganfall- und Alzheimerpatienten, bei Autismus und bei Menschen, die ihre Sprachfähigkeit verloren haben, sowie bei psychosomatischen Beschwerden zum Einsatz. Grundlegend dienen Musikhören oder Musizieren dazu, Menschen eine Möglichkeit zu geben, mit anderen in Kontakt zu treten, ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder tief verborgene Emotionen und Erinnerungen wieder zum Leben zu erwecken. Außerdem bilden sich beim Musizieren neue Nervenschaltungen, wovon speziell Schlaganfall- und Demenzpatienten profitieren.

 

Musik kann also die Gesundheit beeinflussen. Sie begleitet uns ein Leben lang - vom Mutterleib an bis ins hohe Alter bereichert sie unser Leben und die Gesundheit. Musik kann Gefühle beeinflussen, kann Freude verstärken, kann Stress abbauen und aktivieren.

Musik hilft zu heilen. Zum Beispiel kann Musik nach einem Schlaganfall die Therapie von Bewegungs- und Sprachstörungen unterstützen. Manche Patienten können sogar wieder sprechen lernen: mit der Melodischen Intonationstherapie.

 

Da Musik unser limbisches System anregt, das für unsere Gefühle zuständig ist, kann sie uns zum Beispiel glücklich stimmen, beruhigen und beflügeln. Außerdem verändert sie unseren Herzschlag und Blutdruck, unsere Atemfrequenz und Muskelspannung sowie unseren Hormonhaushalt. So schüttet unser Körper bei schneller und aggressiver Musik Adrenalin und bei ruhiger und sanfter Musik Noradrenalin aus, das unter anderem der Ausschüttung des Stresshormons Cortisol entgegenwirkt und den Anteil von Betaendorphinen (Untergruppe der Endorphine) erhöhen kann. Letztere mindern unser Schmerzempfinden und lassen uns Freude und Glück empfinden. Zudem verbinden wir mit Musik häufig persönliche Erinnerungen, die das jeweilige Ereignis sowie die dabei empfunden Gefühle wieder aufleben lassen.

 

Klänge sprechen verschiedene Teile unseres Gehirns an. Beide Hirnhälften verarbeiten die Klanginformationen auf unterschiedliche Weise. So wie die rechte Hälfte sich mit der Grobstruktur beschäftigt, kümmert sich die linke Hälfte um die Feinanalyse. Das Ganze wird gekoppelt mit dem limbischen System, welches die Emotionen verarbeitet und für die Ausschüttung von Glückshormonen verantwortlich ist. Denn: Musik macht glücklich.

 

Diese und andere Erkenntnisse der Klangtherapie macht sich nun auch die Wissenschaft zunutze. Zum Beispiel wird sie bei Tinnitus dazu benutzt, die störenden Geräusche mit externen Geräuschen zu überdecken. Durch das Hören verschiedener Geräuscharten (Klängen) wird es einfacher, die eigene Aufmerksamkeit vom Tinnitus wegzulenken.

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